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Wappen Sarstedt(Sarstedt) Am Donnerstag, 13. August, fand in der Liegnitzer Straße ein Großbrand der Feuerwehr statt. In dem Einsatzbericht der Feuerwehr Sarstedt heißt es:

Um 4 Uhr in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurde die Feuerwehr Sarstedt mit dem Alarmstichwort “Mülleimerbrand” zu einer Altenpflegeeinrichtung in die Liegnitzer in Sarstedt gerufen.

Vor Ort stellte sich die Lage jedoch gänzlich anders dar. Das Feuer aus dem Müllcontainer war bereits dabei, rasend schnell auf das Gebäude überzugreifen. Platten der auf die Fassade aufgebrachten Wärmedämmung hatten Feuer gefangen und das Feuer innerhalb weniger Minuten bis in den Dachstuhl gezogen. Der als Brandmeister vom Dienst zuerst an der Einsatzstelle eingetroffene Zugführer veranlasste sofort eine Alarmstufenerhöhung und die Nachalarmierung weiterer Einsatzkräfte sowie mehrerer Rettungsdiensteinheiten für die in einer solchen Lage anzunehmenden Verletzten. Pflegekräfte und Nachbarn waren zu diesem Zeitpunkt dabei, erste Bewohner aus dem Gebäude zu evakuieren.

Die Feuerwehr Sarstedt rettete mit den eingesetzten Atemschutztrupps sämtliche Bewohner (über 20 Personen) aus der brennenden Pflegeeinrichtung. Über insgesamt drei Drehleitern wurde zeitgleich ein massiver Löschangriff gefahren. So gelang es auch, ein Übergreifen auf ein direkt an das Objekt angrenzendes Mehrfamilienhaus zu verhindern. Ein Großaufgebot von Rettungskräften behandelte währenddessen die über 60 Personen, die von dem Feuer betroffen waren. Zur weiteren Betreuung wurden die unverletzten Bewohner der Pflegeeinrichtung kurzerhand in eine nahe gelegene Schule verbracht.

Mehrere Löschzüge, unter anderem auch Kräfte aus Laatzen, Giesen sowie die gesamte Stadtfeuerwehr Sarstedt waren im Einsatz. Da immer wieder Flammen in dem Dachstuhl aufloderten, dauerten die Löscharbeiten noch mehrere Stunden an.

Nachdem schließlich “Feuer aus” gemeldet werden konnte, wurden gemeinsam mit dem THW vom Einsturz bedrohte Gebäudeteile kontrolliert entfernt. 

Nach rund 10 Stunden Einsatzdauer war die Einsatzleitung am Ende sehr zufrieden mit dem Ergebnis und der guten Zusammenarbeit mit den vielen verschiedenen Einsatzkräften. Die positive Bilanz der Nacht: Nur drei Personen mussten mit Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert werden.

Bürgermeisterin Heike Brennecke bedankt sich bei den Einsatzkräften:

Zunächst hoffe ich, dass alle Einsatzkräfte, die bei uns in Sarstedt vor Ort waren, sich von dem Einsatz gut erholt haben und ihn auch gut verarbeiten können. Solch‘ ein Geschehen erlebt Ihr – Gott sei Dank – ja nicht alle Tage.

Es ist Eurem Einsatz, dem Einsatz und Mut jeder einzelnen Kameradin und jedes einzelnen Kameraden zu verdanken,  dass – nach der vorbildlichen und schnellen Hilfe aus der Nachbarschaft und des Personals der Einrichtung – alle Menschen gerettet werden konnten. Ich bin unendlich dankbar, dass das gelungen ist und wir keine Menschenleben zu beklagen haben. Dabei weiß ich sehr genau, wie haarscharf wir an einer Katastrophe vorbeigeschrammt sind. Jede(r) hat an seiner Position alles gegeben und dafür sage ich „Danke“!

Alle Betroffenen konnten am Donnerstag noch untergebracht werden und erst einmal mit dem Nötigsten versorgt. Denjenigen, die ins Krankenhaus mussten, wünsche ich von Herzen baldige Genesung.

Das Bild, wie die Bewohner teils im Nachthemd und Puschen, aber unversehrt, am Rande des Nordrings saßen, werde ich nie vergessen.

Auch allen Kameradinnen und Kameraden wird das Geschehen in diesen Morgenstunden im Gedächtnis bleiben. Ich hoffe, dass jede(r) weiß, dass es Hilfe gibt, wenn die Verarbeitung alleine zu schwer ist oder nicht gelingt.

Unserem Stadtbrandmeister Jens Klug, den Stellvertretern Lars Brinkmann und Sebastian Blaut und allen Führungskräften gilt mein besonderer Dank, dass Ihr die Einsatzkräfte durch diesen Einsatz geführt habt, dass alle unversehrt geblieben sind und dass die Zusammenarbeit mit den anderen Hilfsorganisationen, den Feuerwehren von außerhalb, dem THW, dem DRK und dem ASB so hervorragend war.

So viel Know-How, Spezialisten und Menschen, die „einfach“ tun, was notwendig ist, gibt der Bürgerschaft und mir große Sicherheit, dass in allen Lebenslagen geholfen wird und besonders, wenn es so „dick“ kommt, wie es an diesem Donnerstag war!

Ich bedanke mich im Namen der Stadt Sarstedt und ganz persönlich, dass ich so eine tolle „Truppe“ an meiner Seite weiß.

Heike Brennecke
Bürgermeisterin

 

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